Familienkreis der KF Hünfeld besucht „Kreuzweg der Nationen“ und „Polenfriedhof“

Besuch einer kaum bekannten Gedenkstätte. Ort der Versöhnung und Mahnung wider das Vergessen.

 Mitglieder des Familienkreises der Kolpingsfamilie Hünfeld haben am 12. August den kaum bekannten „Kreuzweg der Nationen“ sowie den „Polenfriedhof“ im Bereich der Gemeinde Wildflecken in Unterfranken besucht.

Der derzeitige Leiter des Familienkreises, Wolfgang Stenzel, hatte vor längerer Zeit während eines regelmäßigen Gesprächsabends eine Fahrt nach Wildflecken zu der wenig bekannten Gedenkstätte vorgeschlagen. Nachdem er mit seiner Frau eine Organisations- und Vorbereitungsfahrt unternommen hatte, trafen sich die meisten Mitglieder*innen des Familienkreises und fuhren in Fahrgemeinschaften zum Parkplatz der Gedenkstätte.
Beim „Kreuzweg der Nationen“ handelt es sich um einen ca. 1,5 km langen Waldweg, der leicht bergauf zum Polenfriedhof führt. Insgesamt zehn Stelen (Gedenksteine) erinnern entlang des Weges an die Opfer von Krieg und Gewalt beider Weltkriege. So sind z.B. die Verluste der Völker in den beiden Weltkriegen (Soldaten und Zivilpersonen) aufgeführt. Die immense Zahl der Toten lässt den Irrsinn von Kriegen und das große Leid erahnen, das die Völker aller beteiligten Nationen erfahren haben und ertragen mussten.
Die letzte Stele enthält ein Zitat des spanischen Philosophen und Schriftstellers G. Santayana: „Die sich des Vergangenen nicht erinnern sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben“.
In kurzer Entfernung befindet sich der „Polenfriedhof“, der 1970/71 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angelegt worden ist. Es ist eine Gedenkstätte mit einer Rundkapelle für 544 polnische Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, darunter 428 Kinder. Zwischen Mai 1945 – 1951 waren in Behelfsunterkünften insgesamt bis zu 20.000 Polen untergebracht, eigentlich eingepfercht. Es sollte eine Durchgangsstation für ein neues Leben sein: Entweder in der Heimat oder Auswanderung.
Nach dem eindrucksvollen Besuch dieser Stätten fuhren die Teilnehmer*innen über die Hohe Rhön nach Wüstensachsen. In Abwandlung von Wilhelm Buschs Weisheit: „Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was essen muss“ wurde in einer Gaststätte zu Mittag gegessen. Danach führte die Heimfahrt zunächst zum Schwimmbad nach Gotthards. Da alle aber keine Badebekleidung dabeihatten, trösteten sich die Teilnehmer*innen mit Kaffee und Kuchen!
Dieser eindrucksvolle Tagesausflug hinterließ bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck.

 

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