KF Hünfeld - Vortrag über NS-Zeit

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KF Hünfeld - Vortrag über NS-Zeit

Kolpingsfamilie Hünfeld auf Spurensuche 

„Da die Hünfelder Nationalsozialisten in der sehr aktiven Hünfelder Kolpingsfamilie einen Hauptgegner in ihrem Streben nach der Macht in der Kreisstadt sahen, folgten sie der Anweisung des Führers der Deutschen Arbeitsfront und verfolgten die Kolpingsfamilie permanent“. Mit diesem Zitat aus dem Buch ´Stationen der Machtübernahme` von Elmar Schick eröffnete Dietmar Weidenbörner seinen Vortrag im November 2025 zur Situation der Hünfelder Kolpingsfamilie in den Jahren 1933 bis 1940. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Kolpingkampagne „Zusammen Demokratie Stärken“ statt. 

Anlass für den Rückblick Weidenbörners auf den Zeitraum der Schreckensherrschaft des sogenannten „Dritten Reiches“ war auch das 160jährige Jubiläum der Kolpingsfamilie in 2023. Anl. der Festveranstaltung wurde diese Zeitspanne in dem heiteren mundartlichen Vortrag bewusst außen vor gelassen, um dem damaligen Geschehen mit einem eigenen Vortrag mit intensiver Recherchen gerecht zu werden.  

Grundlage der Recherche waren u. a. geheime Protokollbücher des damaligen Kolpingsvorsitzenden Joseph Habersack. Diese zeitgeschichtlichen Dokumente führte Habersack parallel zu den offiziellen Büchern, die er der NSDAP-Kreisleitung vorlegen musste.  

Trotz all dieser Widerstände und Schikane gegenüber der Kolpingsfamilie hatten am 19. Januar 1938 in einer Feierstunde sieben junge Hünfelder Männer den Mut, in die Kolpingsfamilie einzutreten. Eine Teilnahme am „Familienabend“ der Kolpingsfamilie im Februar 1938 war ihnen aber nicht möglich, da die Staatspolizeistelle Kassel „weltliche Veranstaltungen der konfessionellen Vereine und Verbände“ untersagte. Zwei Jahre später, im Oktober 1940, wurde die Kolpingsfamilie auf Anordnung der Geheimen Staatspolizei verboten, das Kolpinghaus wurde mit allem Inventar beschlagnahmt.  

Solche oder ähnliche Schilderungen gibt es sicherlich aus den verschiedensten Kolpingsfamilien. Dem Diözesanverband ist es wichtig, dass diese Zeitzeugnisse nicht verloren gehen, sondern vielmehr die Haltung der Kolpingsfamilien und ihrer Mitglieder in der damaligen Zeit dokumentiert wird. Wir würden uns über Rückmeldungen aus euren Kolpingsfamilien freuen – seien es ebenfalls geheime Protokollbücher oder auch Schilderungen zur Bewahrung der Kolpingfahne o. ä.  

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